Mengenelement: Calcium

Calcium ist für den Menschen weit mehr als nur ein Element im Periodensystem. Der Mineralstoff ist für den menschlichen Körper von großer Bedeutung. In diesem Zusammenhang treten immer wieder grundlegende Fragen auf.

  • Wofür brauchen wir Calcium?
  • Wie viel sollte der Mensch täglich zu sich nehmen?
  • Mit welchen Nahrungsmitteln kann man den Bedarf decken?
  • Braucht es Calcium-Tabletten aus der Apotheke?
  • Was passiert, wenn der Bedarf nicht gedeckt wird?


All diese Fragen werden im Folgenden behandelt, und Sie erhalten alle wichtigen Informationen, die Sie zum Calcium wissen müssen.

Wofür brauchen wir Calcium?

  • Knochen und Zähne bestehen zu einem großen Teil aus Calciumverbindungen. Für ihre Festigkeit ist das Element unerlässlich.
  • Muskeln und Nerven: Auch für ihre Funktion ist Calcium wichtig, was sich bei einem Mangel schnell bemerkbar macht. (siehe später)
  • Säure-Basen-Haushalt: Das Calcium dient ihm zur Regulation. Sinkt beispielsweise der pH-Wert im Blut unter einen Schwellenwert, wird Calcium aus den Knochen gelöst, was den pH-Wert wieder steigen lässt
  • Enzymatische Reaktionen: Das Calcium fungiert hier als Cofaktor
  • Blutgerinnung: Nur in Gegenwart von Calcium wird die Vorstufe „Prothrombin“ in das aktive „Thrombin“ umgewandelt.

Das sind die wichtigsten Funktionen des Calciums im Körper. Um diese aufrechterhalten zu können wird Calcium im Körper gespeichert. 1 – 2 % des eigenen Körpergewichts speichert jeder Mensch. Speicherort sind die Knochen und Zähne. Hier wird das Element für „schlechte Zeiten“ eingelagert, und gleichzeitig sorgt es für ihre Festigkeit.


Wie viel Calcium sollte der Mensch täglich zu sich nehmen?
Um die Calciumspeicher voll zu halten gilt ein Tagesrichtwert von rund 1000 mg. Jugendliche, Schwangere und Stillende haben einen leicht erhöhten Bedarf an Calcium. Selbiges gilt für Osteoporosepatienten; sie sollten besonders auf eine ausreichende Calciumaufnahme achten.

Mit welchen Nahrungsmitteln kann man den Bedarf decken?
Besonders reich an Calcium sind Milch und Milchprodukte. Ein Beispiel den Tagesbedarf mit Milchprodukten zu decken wäre:

  • 300 g Joghurt
  • 2 Scheiben Hartkäse
  • 1 Glas Milch

Wer auf diese Produkte aus ethischen Gründen oder wegen Unverträglichkeiten verzichten will, tut sich schwer.
Aber es ist nicht unmöglich, auch im Pflanzenreich gibt es Vertreter, die reich an Calcium sind. Brokkoli, Grünkohl und andere Kopfkohlarten wie Chinakohl sind reich an Calcium, das auch sehr gut aufgenommen werden kann.
Mineralwasser enthält ebenfalls Calcium, aber der Gehalt variiert je nach Hersteller. Bei einem calciumreichen Produkt kann man mit dem Verzehr von 1 Liter bereits bis zu 300 mg Calcium zu sich nehmen.


Außerdem gibt es auch Lebensmittel, die die Calciumaufnahme negativ beeinträchtigen. Dazu zählen

  • Fleisch
  • Kaffee
  • schwarzer Tee
  • Alkohol
  • Softdrinks
  • oxalsäurereiche Lebensmittel wie z. B. Spinat

Braucht man Calcium-Tabletten aus der Apotheke?
Wie bereits erwähnt kann der Tagesbedarf an Calcium sehr einfach mit Milchprodukten gedeckt werden. Wenn es aus diätetischen Gründen allerdings nicht möglich ist, den Bedarf mit der Nahrung zu decken, sollte man auf Tabletten zurückgreifen, da ein Mangel schwerwiegende Folgen haben kann. Gründe könnten zum Beispiel ein erhöhter Cholesterinspiegel oder Laktoseintoleranz sein, oder auch, wenn man sich vegan ernährt und nur mit pflanzlichen Lebensmitteln der Bedarf nicht gedeckt werden kann.

Wie wird das Calcium aus der Nahrung in den Körper aufgenommen?
Für die Aufnahme des Calciums ist Vitamin D von großer Bedeutung. Nur mit dessen Hilfe kann Calcium aus dem Darm resorbiert werden und in die Knochen eingebaut werden. Ein Mangel am „Sonnenvitamin“ D führt daher zwangsläufig auch zu einem Mangel an Calcium.

Es wird auch nicht das gesamte Calcium, das in einem Nahrungsmittel enthalten ist, vom Körper aufgenommen. Immer nur ein bestimmter Prozentsatz wird tatsächlich resorbiert. Dieser variiert je nach Lebensmittel und auch davon, wie man die Nahrungsmittel kombiniert – man spricht von der Bioverfügbarkeit der Calciums.

Bestimmte Krankheiten können die Calciumaufnahme ebenfalls hemmen. Besonders bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes trifft dies zu.

Was passiert wenn der Bedarf nicht gedeckt wird?
Calciummangel – Symptome:

  • häufige Knochenbrüche – Osteoporose
  • Muskelkrämpfe
  • Atemnot
  • übersäuertes Blut
  • trockene Haut
  • Kribbeln der Haut
  • Herz- Kreislaufschwäche
  • brüchige Fingernägel
  • Haarausfall
  • Karies

Die meisten Symptome kommen allerdings auch bei anderen Mangelerscheinungen vor. Meistens ist aber ohnehin der Fall, dass bei mehreren Vitalstoffen ein Mangel auftritt.

Calciummangel – Ursachen:
Die Ursachen sind immer entweder auf eine unzureichende Calciumzufuhr oder auf eine verschlechterte Calciumaufnahme zurückzuführen. Letzteres kann zum Beispiel bei Darmerkrankungen, Vitamin-D-Mangel, Magnesiummangel, oder Schilddrüsenüberfunktion auftreten. Auch mit dem Alter nimmt die Calciumresorbtion ab. Dieser Prozess beginnt schon mit dem 40. Lebensjahr. Daher wird älteren Personen eine vermehrte Calciumaufnahme empfohlen, um Gesundheitsbeschwerden vorzubeugen.

Abschließend bleibt nur mehr eine Frage zu klären, die sich auch mir während des Schreibens immer wieder aufdrängte:

Calcium oder Kalzium?
Tatsächlich gibt es keinen Unterschied zwischen den beiden Schreibweisen. Kalzium ist die deutsche Schreibweise, und Calcium kommt aus dem Lateinischen.