Eignet sich Stevia als Zuckerersatz?

Ersatz für Zucker

Tagtäglich nehmen wir über 100 Gramm Zucker zu uns. Eindeutig zu viel sind sich Experten sicher. Wer einen zu hohen Zuckerbedarf hat, schadet nicht nur seiner Figur, sondern auch seiner Gesundheit. Aus diesem Grund ist es auch kein Wunder, dass sich die Industrie permanent mit Zuckeralternativen auseinandersetzt. Mit Stevia scheint eine Alternative gefunden zu sein, die tatsächlich den gewöhnlichen Zucker vergessen lässt.


Das natürliche Wundermittel aus Südamerika

Stevia ist nichts anderes als eine südamerikanische Pflanze; von Interesse sind jedoch ihre Blätter. Diese haben eine rund dreißigmal so hohe Süßkraft wie der altbekannte Zucker. Die Pflanze wird seit über hunderten von Jahren im südamerikanischen Raum genutzt; Stevia ist ein zuckerfreies, aber sehr süßes Naturprodukt. Doch der Zuckerersatz war jahrelang umstritten, bis die Zuckeralternative erst mit Ende 2011 in Europa zugelassen.

Stevia ist ein rein „natürliches Produkt“. Gewonnen wird es aus der Stevia rebaudianda, dem Süß- bzw. Honigkraut – der Steviapflanze. Doch hält der Zuckerersatz auch, was er verspricht? Stevia genießt den Vorteil, dass es hitzestabil ist. So kann der Zuckerersatz etwa auch für die Zubereitung von Backwaren verwendet werden.

Doch hilft Stevia auch beim Abnehmen?

Vor allem Diabetiker (Typ 2) genießen den Vorteil, dass Stevia – wie auch die anderen Süßstoffe – keine Kalorien hat. Wer gerne süß isst, aber dennoch auf seinen Körper achten will, kann seinem „Laster“ also kalorienbewusst nachgehen. Und auch wenn Stevia keine Kalorien mit sich bringt, wird über den Süßstoff gerne in aller Öffentlichkeit diskutiert.



Denn auch wenn das Produkt frei von Kalorien ist, so sind viele Experten der Ansicht, dass die Süßstoffe die heimlichen Dickmacher sind. Der Körper würde viel mehr Insulin ausschütten und in weiterer Folge das Hungergefühl anregen. Bislang gibt es aber keine Hinweise darauf, dass Stevia tatsächlich die Produktion von Insulin anregen würde. Auch andere Zuckeralternativen würden – nach den Studien – die Insulinproduktion nicht fördern.

Wer glaubt, dass alle Stevia-Produkte, die derzeit in den Supermarktregalen zu finden sind, frei von jeglichem Zucker wären, irrt. Denn in vielen Stevia-Produkten sind gerade einmal nur 10 Prozent des Zuckerersatzes enthalten; der Rest der Süße wird durch gewöhnlichen Zucker gewonnen. Wer sich also für den Kauf eines mit Stevia versetzten Produkts entscheidet, sollte unbedingt auf die Inhaltsstoffe und auch auf die Nährwertangaben achten.

Eine natürliche Alternative mit bitterem Nachgeschmack

Stevia mag zwar, aufgrund seiner Natürlichkeit, ein empfehlenswerter Zuckerersatz sein, ist aber – wie alle anderen Süßstoffe – kein Allheilmittel, damit das Hüftgold verschwindet. Wer nämlich sein Gewicht reduzieren möchte, muss weniger Kalorien zu sich nehmen, als er verbraucht. Nur auf Zucker zu verzichten, ist keine Erfolg versprechende Lösung, aber zumindest ein Ansatz.

Wer schon einmal Stevia-Produkte gegessen hat, wird schnell feststellen, dass ein bitterer Nachgeschmack im Mund bleibt. Ein enormer Nachteil; viele andere Zuckerersatzprodukte verhalten sich geschmacksneutral bzw. sorgen nur für die Süße.

Stevia mag eine weitere Alternative für Diabetiker sein oder Personen, die auf ihre Linie achten. Stevia ist aber kein Allheilmittel gegen Übergewicht, fördert weder den aktiven Gewichtsverlust und ist – der wohl größte Nachteil – nicht geschmacksneutral.