Was sind fettlösliche Vitamine?

Vitamine können in fettlösliche und in wasserlösliche Gruppen unterteilt werden. Die beiden Gruppen unterscheiden sich darin, wie die Vitamine resorbiert, transportiert und gespeichert werden. Auch die Ausscheidung ist bei beiden Gruppen unterschiedlich. Zu den fettlöslichen Vitaminen gehören:

  • Vitamin D (Cholecalciferol)
  • Vitamin E (Tocopherol)
  • Vitamin K (Phyllochinon)
  • Vitamin A (Retinol)

In welchen Lebensmitteln sind fettlösliche Vitamine enthalten?
Vitamin A steckt in Spinat, roter Paprika, getrockneten Aprikosen und in Karotten.

Vitamin D ist ein Spezialfall. Der Mensch nimmt es nicht ausschließlich über Lebensmittel auf, sondern produziert einen Großteil des Bedarfs selbst. Voraussetzung dafür ist Sonnenlicht. Die Menge des produzierten Vitamins ist abhängig von der Fläche der bestrahlten Haut, von der Hautfarbe und von der Dauer der Sonnenbestrahlung.


Vitamin E ist vor allem in pflanzlichen Ölen enthalten. Aber auch Nüsse, Avocados und Weizenkeime sind reich an Vitamin E.

Gute Lieferanten für Vitamin K sind Schnittlauch, Spinat, Blumenkohl, Grünkohl, Rosenkohl, Rotkohl, Getreideprodukte und Fleisch. Im Darm wird auch Vitamin K produziert. Allerdings ist noch nicht geklärt, inwiefern diese Produktion zur Deckung des täglichen Bedarfs beiträgt.

Wie werden fettlösliche Vitamine vom Körper aufgenommen?
Die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine erfolgt gemeinsam mit Fetten im Darm. Damit der Körper fettlösliche Vitamine resorbieren kann, benötigt er also Fette. Die Aufnahme der Vitamine D, E, K und A kann durch die gleichzeitige Zufuhr von Fett gesteigert werden. Eine fettarme oder fettfreie Kost reduziert hingegen die Aufnahme.


Wie viele fettlösliche Vitamine benötigt der Körper?
Der Tagesbedarf ist je nach Vitamin unterschiedlich:

  • Vitamin K: 0,06 bis 0,08 mg
  • Vitamin D: 800 Internationale Einheiten (IE)
  • Vitamin A: 0,8 bis 3 mg Retinoläquivalente
  • Vitamin E: 11 bis 15 mg Tocopheroläquivalente

Kann der Körper fettlösliche Vitamine speichern?
Im Gegensatz zu wasserlöslichen Vitaminen kann der Körper fettlösliche Vitamine in größeren Mengen speichern. Wichtige Depots für fettlösliche Vitamine sind die Leber und das Fettgewebe. Die Speicherung garantiert über eine gewisse Zeit eine kontinuierliche Versorgung auch dann, wenn nicht ausreichend Vitamine zugeführt werden.

Können fettlösliche Vitamine überdosiert werden?
Fettlösliche Vitamine werden über den Darm ausgeschieden. Da ein Großteil der Vitamine aber eingelagert wird, kann es bei einer zu hohen Verabreichung zu einer Überdosierung kommen. Mit der Ernährung kann eine solche Überdosierung allerdings nicht hervorgerufen werden. Dazu bedarf es der Verabreichung von Supplementen.

Bei einer Überdosierung entfalten die Vitamine eine toxische Wirkung. Symptome einer solchen Hypervitaminose sind beispielsweise Kopfschmerzen, Haarausfall, Übelkeit oder Sehstörungen.

Welche Aufgaben übernehmen fettlösliche Vitamine im Körper?
Vitamin A (Retinol) ist am Sehvorgang beteiligt. Es wird für die Bildung von Rhodopsin benötigt. Rhodopsin ist ein Stoff, der in den Stäbchen der Netzhaut vorhanden und für das Hell-Dunkel-Sehen verantwortlich ist. Vitamin A dient zudem dem Aufbau und dem Erhalt von Haut, Schleimhäuten, Knorpel- und Knochengewebe. Es spielt auch eine Rolle bei der Immunabwehr und ist an der Fortpflanzung beteiligt. Den Caritinoiden wird zusätzlich eine antioxidative Wirkung nachgesagt.

Vitamin D regelt gemeinsam mit anderen Hormonen den Calcium- und Phosphatstoffwechsel. Es spielt somit eine wichtige Rolle bei der Zahn- und Knochenentwicklung. Durch Vitamin D wird die Calciumaufnahme aus dem Darm verbessert und die Mineralisation des Knochens gesteigert. Damit ist Vitamin D essenziell für die Vorbeugung von Osteoporose. Das Vitamin scheint aber auch an vielen anderen wichtigen Stoffwechselprozessen beteiligt zu sein. Viele Organe und Gewebezellen besitzen Rezeptoren für Vitamin D. Es wird vermutet, dass das Vitamin zahlreiche präventive Effekte hat. Ein Mangel an Vitamin D begünstigt Erkrankungen wie Krebs oder multiple Sklerose.

Vitamin E ist ein starkes Antioxidans. Es schützt die Körperzellen vor dem schädlichen Einfluss der freien Radikale. Diese fallen bei vielen Stoffwechselprozessen an und stehen in Verdacht, die Entstehung von Erkrankungen wie Krebs oder Rheuma zu begünstigen. Neben der antioxidativen Wirkung hat Vitamin E auch entzündungshemmende Eigenschaften. Es beeinflusst die Blutgerinnung und unterstützt das Immunsystem bei der zellvermittelten Immunantwort. Zudem spielt das Vitamin eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung aller Funktionen des Nervensystems. Ihm werden deshalb neuroprotektive Eigenschaften zugesprochen. Auch der Schutz vor Tumorzellen gehört zu den Aufgaben des Vitamins. Diese antikanzerogene Wirkung wird einerseits durch die antioxidativen Eigenschaften des Vitamins und andererseits auch durch den positiven Einfluss auf das Zellwachstum vermittelt.

Vitamin K wird zur Produktion verschiedener Proteine benötigt. Hauptsächlich werden diese Eiweißstoffe für die Blutgerinnung genutzt. Das Vitamin ist Voraussetzung für die Bildung der Gerinnungsfaktoren VII, IX, X und II.

Vitamin K beeinflusst aber auch den Knochenstoffwechsel und die Mineralisierung der Knochen. Ohne das Vitamin können knochenrelevante Substanzen wie MGP oder Osteocalcin nicht hergestellt werden.