Was ist eine Hypovitaminose?

Unter Hypovitaminose werden Mangelerscheinungen zusammengefasst, die durch eine Unterversorgung eines oder mehrerer Vitamine (Leitfaden: Vitamine) verursacht werden. In Industriestaaten tritt die Krankheit heute sehr selten auf. Bei einer ausreichenden und ausgewogenen Ernährung wird ein gesunder Mensch mit allen Mikronährstoffen hinlänglich versorgt.

In Ländern mit Unterernährung stellt Hypovitaminose hingegen ein großes Problem dar. Zahlreiche Menschen, insbesondere Kleinkinder, erblinden dort infolge eines Vitamin-A-Mangels; auch andere Vitaminmängel sind in diesen Ländern noch weit verbreitet.


In Industriestaaten ist eine Hypovitaminose in erster Linie auf ungesunde Ernährung zurückzuführen. Auch Alkoholmissbrauch geht oft mit einem Vitaminmangel einher.

Viele Krankheiten führen dazu, dass jene Vitamine, die mit der Nahrung aufgenommen werden, nicht zur Genüge resorbiert werden können. Das ist häufig bei Magen-Darm-Erkrankungen der Fall.

Grundsätzlich lassen sich drei Ursachen für eine Hypovitaminose unterscheiden:

  1. Dem Körper werden zu wenige Vitamine zugeführt (durch falsche Ernährung oder generelle Unterernährung).
  2. Der Körper kann die Vitamine nicht resorbieren (durch Krankheiten).
  3. Es besteht ein erhöhter Vitaminbedarf, der durch die Nahrung nicht kompensiert wird.

Personengruppen mit erhöhtem Vitaminbedarf:

  • Säuglinge
  • Schwangere und Stillende
  • Senioren
  • Raucher

Eine Hypovitaminose kann sich durch die verschiedensten Symptome äußern, abhängig davon, welche Vitaminklasse dem Körper fehlt. Diese reichen von unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit und Schwäche bis hin zu gravierenden Folgen wie Erblindung oder Knochenerweichung.


Im Rahmen einer Therapie werden die fehlenden Vitamine substituiert. Dies erfolgt entweder mittels Vitaminpräparaten oder durch eine Ernährungsumstellung. Ist eine unzureichende Resorption ursächlich für den Mangel, muss die zugrunde liegende Krankheit behandelt werden.

Am häufigsten tritt in Industriestaaten ein Mangel an Vitamin A, B, D und E auf.

Im Gegensatz zur Hypovitaminose gibt es auch die Hypervitaminose: Der Körper nimmt zu viele Vitamine auf. Dies passiert eher bei fettlöslichen denn wasserlöslichen Vitaminen, da der Körper sie im Falle einer Überdosierung nicht einfach ausschwemmen kann. Eine solche hat speziell bei Vitamin A und D oftmals schwerwiegende Folgen.