Vitamin B3

Der Begriff Vitamin B3 ist heute veraltet. Bei diesem Vitamin handelt es sich um Nikotinsäure, die wie sieben weitere Wirkstoffe zum Vitamin-B-Komplex gehört. Eine andere Bezeichnung ist Niacin. Ihre Wirksamkeit kann Nikotinsäure nur im Zusammenhang mit den anderen Vitaminen des B-Komplexes entfalten. Auch Vitamin B3 bildet ein Koenzym für bestimmte Enzyme des Energiestoffwechsels. So ist sie ein Baustein der Koenzyme NAD und NADP. Diese fungieren als Wasserstoffüberträger im Rahmen des Energiestoffwechsels von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen. Ohne Niacin könnte der Energiestoffwechsel nicht funktionieren.


Welche Funktionen übt Niacin im Körper aus?

Niacin besitzt im Organismus folgende Funktionen:

  • Unterstützung des Energiestoffwechsels und der Zellatmung
  • Antioxidans und Zellschutz
  • Reparatur der DNA
  • Beteiligung am Cholesterinstoffwechsel

Wie viel Niacin braucht der Mensch?

Der Bedarf liegt bei Frauen um 13 mg und bei Männern zwischen 13 und 17 mg Vitamin B3. Stillende Frauen haben einen höheren Bedarf. Hier liegt er bei 17 mg Niacin. Ein Niacinmangel ist in Europa sehr selten. In Ländern, wo sich die Bevölkerung hauptsächlich mit niacinarmen Mais- oder Hirseprodukten ernährt, treten typische Mangelerscheinungen auf, die auch zur Erkrankung Pellagra führen können.

Welche Lebensmittel enthalten viel Vitamin B3?

Vitamin B3 oder Niacin kommt hauptsächlich in tierischen Produkten vor. Allerdings gibt es auch pflanzliche Lebensmittel mit einem ausreichenden Gehalt an Vitamin B3. Niacin kann jedoch aus tierischen Nahrungsmitteln besser vom Organismus aufgenommen werden als aus pflanzlichen Produkten.

Mit folgenden tierischen Lebensmitteln können Sie sich ausreichend mit Vitamin B3 versorgen:

  • Hühnerleber
  • Rindfleisch
  • Kalbsfleisch
  • Lammfleisch
  • Schweinefleisch
  • viele Fischsorten

Bei den pflanzlichen Lebensmitteln sind folgende Produkte relativ niacinreich:

  • Speisekleie
  • Naturreis
  • Hülsenfrüchte
  • Pilze
  • Grünkohl
  • Kartoffeln
  • Brokkoli


Folgen eines Niacinmangels

Ein isolierter Niacinmangel kommt in Deutschland sehr selten vor. Wenn nur ein geringfügiges Defizit besteht, treten noch keine Symptome auf. Ist die Unterversorgung mit Vitamin B3 jedoch chronisch, bilden sich die typischen Symptome der Pellagra heraus. Dabei kommt es zu:

  • allgemeiner Schwäche,
  • Appetitlosigkeit,
  • Entzündungen der Haut,
  • Durchfall
  • und Demenz

Der Niacinbedarf sinkt mit der Konzentrationserhöhung der Aminosäure Tryptophan im Körper, denn Tryptophan wird mithilfe von Vitamin B6 in Niacin umgewandelt.

Folgen einer Überdosierung von Niacin

Eine Überdosierung von Vitamin B3 hat keine schädlichen Folgen. Zu viel appliziertes Niacin wird über den Urin wieder ausgeschieden.

Wann wird Niacin verabreicht?

Niacin müssen Sie in unseren Breiten nicht zum Ausgleich von Vitamin-B3-Mangelzuständen einnehmen, weil ein Niacinmangel hier so gut wie nicht vorkommt. Da Niacin jedoch die Cholesterinkonzentration im Blut senkt, wird es in Medikamenten zur Regulierung des Cholesterinspiegels verabreicht.

Fazit

In unseren Breiten wird der Körper ausreichend mit Niacin versorgt. Nur in Ländern mit einseitiger Mais- und Hirseernährung kann ein Mangel an Niacin zum ernsten Problem werden und zur Ausbildung der Erkrankung Pellagra führen.