Vitamin B2

Infos über Vitamin B2

Vitamin B2 gehört neben sieben weiteren Vitaminen zum Vitamin-B-Komplex. Alle Vitamine dieses Komplexes wirken sehr eng zusammen. Sie sind jedoch chemisch nicht miteinander verwandt. Vitamin B2 ist auch bekannt als Riboflavin – ein gelber Farbstoff. Riboflavin unterstützt wichtige Enzyme im Körper, die für die Energiegewinnung aus der Nahrung verantwortlich sind. Es wird in Lebensmitteln als Farbstoff (E101) eingesetzt. Da es das Wachstum anregt, wird es im Volksmund auch als Wachstumsvitamin bezeichnet.

Wie wirkt Vitamin B2 im Körper?

Vitamin B2 fungiert als Vorstufe der Flavincoenzyme FAD und FMN. Diese Coenzyme dienen als Elektronenüberträger bei Oxidationsprozessen von Fettsäuren und anderen energiereichen Verbindungen. Bei diesen Reaktionen wird Energie freigesetzt, die für die körperlichen Funktionen und Aktivitäten genutzt wird.



Wie hoch ist der Bedarf an Vitamin B2?

Wie der Begriff Vitamin schon vermuten lässt, kann Riboflavin nicht selber vom Körper hergestellt werden. Man muss es mit der Nahrung aufnehmen. Allerdings reichen schon sehr geringe Konzentrationen aus, damit es die notwendigen Funktionen ausführen kann.

Der Tagesbedarf für die einzelnen Altersgruppen stellt sich folgendermaßen dar:

  • Säuglinge bis zu einem Alter von 12 Monaten benötigen 0,3–0,4 mg Riboflavin pro Tag.
  • Für Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre sind 0,7 bis 1,6 mg notwendig.
  • Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene brauchen 1,2 bis 1,5 mg Riboflavin.
  • Schwangere und Stillende haben einen höheren Bedarf, der bei durchgehend 1,5 bis 1,6 mg liegt.

Welche Lebensmittel enthalten viel Vitamin B2?

Riboflavin ist in tierischen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Fisch oder Eiern enthalten. Aber auch mit pflanzlichen Lebensmitteln können Sie sich ausreichend mit Vitamin B2 versorgen. Dabei gelten besonders Getreideprodukte, Hefe, Grünkohl, gelbe Paprika, Brokkoli oder Erbsen als riboflavinreich.


Mit folgenden Lebensmitteln können Sie Ihren täglichen Bedarf an Vitamin B2 decken:

  • Milch (4 Gläser)
  • vier Eier
  • Schweineleber (50 Gramm)
  • ab 150 Gramm Vollkornkeime
  • Camembert (ab 230 Gramm) oder
  • Schnittkäse (ab 375 Gramm)

Allerdings sollten Sie darauf achten, dass die Lebensmittel lichtgeschützt aufbewahrt werden, weil Riboflavin durch Licht schnell abgebaut wird. Über die normale Nahrungsaufnahme wird der tägliche Bedarf an Vitamin B2 in der Regel gedeckt.

Was passiert bei einem Vitamin-B2-Mangel?

Bei einem Mangel an Vitamin B2 können die Enzyme, die für den Energiestoffwechsel notwendig sind, nicht mehr optimal arbeiten, da Riboflavin als Coenzym fehlt. Deshalb sind folgende Prozesse im Körper gestört:

  • Zellatmung
  • Energiegewinnung
  • Immunreaktionen
  • Antioxidations- und Entgiftungsreaktionen

Dabei treten hauptsächlich folgende Symptome auf:

  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • eingerissene Mundwinkel
  • Halsschmerzen und Zahnfleischentzündungen
  • Sehstörungen
  • Wachstumsstörungen
  • neurologische Störungen
  • Anämie


Wie kann es zu einem Vitamin-B2-Mangel kommen?

Ein Vitamin-B2-Mangel kann durch folgende Ursachen hervorgerufen werden:

  • Alkoholmissbrauch
  • Rauchen
  • erhöhter Stress
  • Diabetes und andere Stoffwechselstörungen
  • Fehlernährung

Der Mangel an Vitamin B2 wird auch als Ariboflavinose bezeichnet und kann durch den EGRAC-Test (Enzymtest) nachgewiesen werden. In diesem Fall muss Riboflavin substituiert werden. Eine Applikation von Vitamin B2 ohne Nachweis eines wirklichen Mangels ist nicht sinnvoll, weil zu viel zugeführtes Riboflavin über den Urin ausgeschieden wird. Dabei färbt sich der Urin neongelb.

Gibt es Nebenwirkungen bei der Überdosierung von Riboflavin?

Riboflavin ist nur sehr gering toxisch. Nebenwirkungen durch eine Überdosierung sind nicht bekannt. Allerdings färbt sich der Urin intensiv gelb, weil Riboflavin über die Nieren ausgeschieden wird.

Fazit

Vitamin B2 ist für den Energiestoffwechsel verantwortlich, weshalb bei Mangel Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Hautprobleme auftreten. Es wird auch ein Zusammenhang zwischen Riboflavinmangel und Migräne vermutet, da Riboflavin unter anderem den Hirnstoffwechsel beeinflusst.