Vitamin A

Vitamin A bezeichnet einen Sammelbegriff für mehrere chemische Verbindungen, die verschiedene Funktionen im Organismus ausüben. Dabei handelt es sich um die Wirkstoffklasse der Retinoide. Beim Menschen gehören die chemisch ähnlich aufgebauten Verbindungen Retinol, Retinal, Retinsäure und Retinolpalmitat zum Wirkstoffkomplex Vitamin A.

Die Eigenschaften von Vitamin A

Vitamin A ist ein fettlösliches und wasserunlösliches Vitamin. Im Körper wird es nicht abgebaut, sondern in der Leber gespeichert. Als Vorstufe von Vitamin A gilt das pflanzliche Betakarotin. Das Betakarotin wird im Darm bei Bedarf in Vitamin A umgesetzt. Eine zu hohe Konzentration an Vitamin A im Körper ist giftig.


Welche Nahrungsmittel enthalten Vitamin A?

Da Vitamin A in der Leber gespeichert wird, kommt es in tierischen Nahrungsmitteln besonders in der Leber vor. In pflanzlichen Nahrungsmitteln ist kein Vitamin A, sondern nur seine Vorstufe Betakarotin enthalten.

Besonders viel Vitamin A enthält:

  • Rindsleber
  • Leberwurst
  • Hühnerleber
  • Butter
  • Eigelb

Viel Betakarotin finden Sie in folgenden pflanzlichen Lebensmitteln:

  • Karotten
  • Kürbis
  • Grünkohl
  • Spinat
  • Aprikosen
  • Mais

Siehe auch: Lebensmittel mit viel Vitamin A

Welche Funktionen erfüllt Vitamin A im Körper?

Vitamin A ist bei vielen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt, es ist daher in sehr unterschiedlichen Bereichen und auf unterschiedliche Weise wichtig für den Körper. Es unterstützt den Eiweißstoffwechsel und ist somit bedeutend für die Funktion vieler Organe.

  • Vitamin A ist verantwortlich für die Erhaltung gesunder Nervenzellen im Gehirn, Rückenmark oder den peripheren Nervenbahnen.
  • Es unterstützt den Einbau von Eisen in die roten Blutkörperchen.
  • Es ist grundlegend an der Proteinsynthese und dem Fettstoffwechsel beteiligt mit steigendem Bedarf bei proteinreicher Ernährung, Stress oder schweren Erkrankungen wie Krebs oder Aids.
  • Vitamin A sorgt für ein normales Wachstum von Haut und Schleimhaut.
  • Eine wichtige Funktion erfüllt Vitamin A auch bei der Knochenbildung und Knochenheilung.
  • Es ist verantwortlich für den ungestörten Ablauf des Sehvorganges. Retinal ist Bestandteil des Rhodopsins, welches die Lichtwahrnehmung in den Rezeptoren der Augen steuert.
  • Während der Embryonalentwicklung ist Vitamin A Voraussetzung für den Wachstumsprozess und die normale Entwicklung des Nervensystems.
  • Es stärkt das Immunsystem, weil es die Wirksamkeit der weißen Blutkörperchen erhöht und die Produktion von Antikörpern erleichtert.
  • Des Weiteren ist Vitamin A an der Produktion der Sexualhormone Östrogen und Testosteron beteiligt. Auch die Konzentration und die Wirksamkeit der Spermien sind von Vitamin A abhängig.

Wie hoch ist der Bedarf an Vitamin A?

Der tägliche Bedarf bei Erwachsenen liegt bei ca. 0,8 bis 1,0 Milligramm. Dabei sollte man die Kochverluste von ca. 30 Prozent beachten. Da Vitamin A im Körper nicht abgebaut werden kann und daher toxisch wird, sollten Sie eine erhöhte Zufuhr durch tierische Nahrungsmittel vermeiden. Deswegen ist es wichtig, den Konsum von Leber einzuschränken. Die Zufuhr von zu viel Betakarotin über pflanzliche Nahrungsmittel schadet jedoch nicht. Betakarotin ist die Vorform von Vitamin A. Es wird erst bei Bedarf in das eigentliche Vitamin umgewandelt.


Was passiert bei einem Mangel an Vitamin A?

Da Vitamin A an vielen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt ist, kommt es bei einer Hypovitaminose (Vitaminmangel) zu folgenden Symptomen:

  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • trockene Haut, Haar, Nägel und Augen
  • Nachtblindheit
  • verringerte Sehschärfe und erhöhte Lichtempfindlichkeit
  • Eisenmangel
  • erhöhte Anfälligkeit, an einer Arteriosklerose zu erkranken
  • erhöhtes Krebsrisiko
  • und vieles mehr

Was sind die Ursachen für einen Vitamin-A-Mangel?

Ein Vitamin-A-Mangel kann durch folgende Ursachen ausgelöst werden:

  • Entzündungen und Stress
  • Rauchen
  • Alkohol
  • Umweltgifte wie Schwermetalle
  • bei Störungen der Leber, Gallenblase oder Bauchspeicheldrüse
  • zu starkes Sonnenlicht
  • Unterversorgung durch die Nahrung
  • durch unzureichende Umwandlung von Betakarotin in Vitamin A bei Diabetes oder Schilddrüsenüberfunktion
  • Cholesterinsenker, bestimmte Schlafmittel oder Abführmittel

In Europa spielt die Unterversorgung an Vitamin A in der Nahrung keine große Rolle. Bei krankhaft bedingter Unterversorgung sollte man das Defizit durch Betakarotin- oder Vitamin-A-Präparate ausgleichen. Vitamin-A-Präparate sind nur sinnvoll, wenn die Umwandlung von Betakarotin in Vitamin A gestört ist. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen Vitaminen sind zu hohe Vitamin-A-Dosierungen giftig.

Was passiert bei einer Überdosierung an Vitamin A?

Bei einer längeren täglichen Vitamin-A-Konzentration über 15 Milligramm kommt es häufig zu folgenden Symptomen:

  • Erbrechen und Durchfall
  • Kopfschmerzen
  • erhöhter Hirndruck
  • Vergrößerung von Milz und Leber
  • Osteoporose
  • schmerzhafte Wucherung der Knochenhaut
  • Schilddrüsenunterfunktion

Die tägliche Dosis sollte bei 0,75 Milligramm liegen.