Trennkost Diät

Abnehmen mit Trennkost

Diese Diät belegt einen geteilten 11. Platz beim großen Bauch.de Diätvergleich

Wer dauerhaft abnehmen möchte, muss seine Ernährung langfristig umstellen. Es gibt verschiedene Diäten, die auf das Prinzip der Ernährungsumstellung setzen. Eine der bekanntesten ist die Trennkost des New Yorker Arztes William Howard Hay (1866-1940), der unter einer unheilbaren Nierenerkrankung litt und seine Ernährung umstellte, um sich selbst zu therapieren. Daraus wurde die Hay'sche Trennkost. Diese Ernährungsform sah Hay nicht als Heilkost für Kranke, sondern als sinnvolle Ernährung für jeden Menschen an.

Wie funktioniert die Trennkost Diät?

Dr. Hay glaubte, dass die Ursache vieler Zivilisationskrankheiten in einer Übersäuerung des Körpers liegt, die seiner Überzeugung nach ausgelöst wird durch eine gemeinsame Verdauung von Eiweiß und Kohlenhydraten. Hay war der Überzeugung, dass man nicht beide Nährstoffe im Darm zur gleichen Zeit verdauen könnte, das würde zu Gärungsprozessen im Dünndarm führen. Weil manche Lebensmittel sowohl Eiweiß als auch Kohlenhydrate enthalten, sollten sie als Lebensmittel nicht geeignet sein. Trotzdem sind manche dieser Lebensmittel in der Trennkost erlaubt.


Für das tägliche Kochen bedeutet diese Trennung eine Umstellung in den Kochgewohnheiten. Wir sind es gewohnt, Fleischspeisen mit kohlenhydrathaltigen Beilagen wie Kartoffeln, Nudeln, Reis o. ä. zu essen. In der Trennkost sind diese Zusammenstellungen nicht erlaubt.

Die Lebensmittel in 3 Gruppen eingeteilt:

neutrale Lebensmittel:
Salate, Gemüse, Avocados, Heidelbeeren, Melonen, Öle und Fette, einige Milchprodukte mit einem Fettmindestanteil von 60%, Erdnüsse und Pilze

Eiweißgruppe:
Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Milchprodukte unter 50% Fett, Sauermilchprodukte wie Joghurt, Quark, Käse, Weichkäse, Frischkäse, Sojalebensmittel wie Tofu, der Großteil an Früchten und Nüssen sowie Eier

Kohlenhydratgruppe:
Weizenmehlprodukte, Brot, Kuchen, Schwarzbrot, Roggenbrot, Knäckebrot, Pumpernickel, Weißbrot, die Beilagen Nudeln, Kartoffeln, Reis, Süßungsmittel wie weißer Zucker, brauner Zucker, Honig, Ahornsirup und als Obst Bananen


Auf Lebensmittel wie Fertigprodukte und Konserven, Weißmehlprodukte, Zucker, Joghurt- oder Quarkmischungen, fertige Suppen und Soßen soll möglichst ganz verzichtet werden.

In einer Mahlzeit dürfen nicht kohlenhydrathaltige Speisen wie Brot, Nudeln und Kartoffeln aus der Kohlenhydratgruppe mit Speisen aus der Eiweißgruppe wie Fleisch, Eiern oder Käse kombiniert werden. Für den Alltag bedeutet das, dass man solche Lieblingsgerichte wie Spaghetti Bolognese oder Schnitzel mit Pommes frites nicht mehr zusammen essen darf. Gemüse und Salate darf man wiederum immer dazu essen, weil sie als neutrale Lebensmittel ebenso wie Fette und Öle immer kombiniert werden dürfen.

Die Trennkost sieht außerdem vor, dass die täglichen Mahlzeiten zu 3/4 aus Basenbildnern wie Obst, Gemüse und Salat bestehen sollen und nur zu 1/4 aus Säurebildnern wie Fleisch, Milch, Fisch oder Käse. Morgens und mittags kann zwischen eiweiß- und kohlenhydrathaltigen Mahlzeiten gewählt werden, abends sollte es eine Mahlzeit aus Kohlenhydraten sein. Bei den Portionsgrößen gibt es keine Regeln, jeder kann essen, soviel er mag.

Diese beiden Regeln zusammen einzuhalten ist für einen Neuling relativ schwierig, weil er sich gleichzeitig an den Gruppen orientieren muss und an den Empfehlungen. Das erfordert Wissen und Übung. Viele unterschiedliche Ratgeber im Internet verwirren zusätzlich.

Wie lange dauert die Trennkost?

Da es sich bei der Hay'schen Trennkost um eine Ernährungsform handelt, ist eine dauerhafte Ernährungsumstellung auf Trennkost erforderlich. Die Trennkost ist eher als Dauerernährung vorgesehen und hat im Zuge der Diskussion um die Übersäuerung des Körpers wieder an Bedeutung gewonnen.

Wieviel nimmt man ab?

Mit der Trennkost kann man sicher etliche Pfunde loswerden, wenn man sich genau an die Regeln der Trennkost hält. Es dürfen nur die erlaubten Lebensmittel miteinander kombiniert werden und einige müssen ganz aus dem Speiseplan gestrichen werden.

Vorteile und Nachteile der Trennkost

Wie die meisten Diäten hat auch die Trennkosten Vor- und Nachteile, mit denen man sich auseindnersetzen muss.

Vorteile:
Die Trennkost ist eine Ernährungsform, die man in jedem Alter und lebenslang praktizieren kann. Es können wie bisher die meisten Lebensmittel weiterhin gegessen werden, nur nicht in jeder Kombination. Durch die Vorsortierung wird das Essen schneller verdaut. Trennkost ist eine vollwertige Ernährungsform mit ausgewogener Ernährung. Sie stellt einen Vorteil gegenüber Diäten dar, die auf dem Prinzip einer Reduzierung beruhen und den gefürchteten Jo-Jo-Effekt nach sich ziehen können. Bei der Trennkost darf man sich satt essen und muss nicht hungern. Die Empfehlung, beim Essen gründlich zu kauen und langsam zu essen, wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus. Der Fettanteil in der Trennkost ist niedrig, die verwendeten Fette sind hochwertig.

Nachteile:
Die Umstellung auf Trennkost ist etwas schwierig, weil man sich genau an die Anweisungen halten muss, die sehr umfangreich sind und erst einmal gelernt werden müssen, bevor sie umgesetzt werden können. Manche sind auch schwer nachvollziehbar. Die Theorie von der getrennten Verdauung ist wissenschaftlich nicht haltbar. Es ist zwar richtig, dass Eiweiße und Kohlenhydrate getrennt verstoffwechselt werden, aber Dr. Hay schloss daraus fälschlicherweise, dass man sie auch getrennt zu sich nehmen muss. Der Darm ist aber von sich aus in der Lage, dass zu tun. Zudem gibt es viele Lebensmittel, die nicht klar Kohlenhydraten oder Eiweißen zugeordnet werden können, weil sie beide Komponenten enthalten. Die Natur hat ganz offensichtlich diese Trennung nicht vorgesehen. Weil säurebildende Lebensmittel auf einen Anteil von maximal 20% reduziert werden, isst man bei dieser Diät zu wenig Fleisch, Fisch, Milch- und Getreideprodukte. Das führt zu u. a. einem Mangel an B-Vitaminen, Magnesium, Folsäure, Selen und Eisen. Eine Trennung von Kohlenhydraten und Eiweißen mindert die eigentlich optimale Ergänzung von pflanzlichem und tierischem Eiweiß. Es wird schwierig, gemeinsam außer Haus etwas essen zu gehen. Für die Einhaltung dieser Diät braucht man sehr viel Willensstärke und auch die Umstellung fällt vielen Menschen schon schwer.

Viele Ernährungswissenschaftler halten die Trennkost für bedenklich, weil sie die natürliche Verdauung manipuliert. Sie wurde vor über 100 Jahren erfunden, als man die mikrobiologischen Feinheiten der Verdauungsvorgänge noch nicht kannte. Laut den Experten führt auch nicht die Einhaltung der Trennkost zur Gewichtsabnahme, sondern nur durch die Reduktion der Kalorienmenge. Eine Ernährung mit einem Basenüberschuss bringt dem Körper keine gravierenden Vorteile. Wenn man keine Lust mehr auf Trennkost hat und wieder auf normale Kost umstellt, kann ein Jo-Jo-Effekt nicht ganz ausgeschlossen werden, weil die Gewichtsabnahme vorwiegend auf den empfohlenen Mengen beruht.

Diätplan kompakt

Bevor man sich einer Trennkost-Diät unterzieht, sollte man sich vorher genau mit dem Thema beschäftigen, denn die Prinzipien sind nicht ganz einfach und es erfordert etwas Wissen um die richtige Kombination von Lebensmitteln. Es gibt in Büchern und im Internet Tabellen über die verschiedenen Lebensmittelgruppen.

Die Diät sieht die Einhaltung folgender Prinzipien vor:

  • strenge Trennung von Eiweiß und Kohlenhydraten
  • Eiweiße und Kohlenhydrate können nur mit neutralen Lebensmittel kombiniert werden
  • Kombinationen wie Schnitzel mit Pommes nicht mehr möglich
  • Nudeln mit Bolognesesauce tabu
  • fleischarme Vollwertkost
  • Lebensmittel möglichst naturbelassen, allenfalls schonend gegart
  • langsames Essen, gründliches Kauen
  • 80% basenbildende Kost, 20% säurebildende
  • ca. 4 Stunden Abstand zwischen den Mahlzeiten
  • abends keine Eiweißmahlzeiten wegen der längeren Verdauung
  • bis zu 50% Rohkost
  • gesunde Fette verwenden, keine gehärteten wie Margarine
  • ausreichend trinken (ca. 1,5 bis 2 l)
  • künstliche Lebensmittel meiden wie z. B. Konserven, Fertignahrung
  • Portionen je nach Sättigung

Wie schwer ist es, diese Diät durchzuhalten?

Die Trennkost ist mit eine der am schwierigsten durchzuhaltenden Diäten. Sie erfordert einiges Wissen, bevor man sie beginnen kann. Es ist auch keine Diät im eigentlichen Sinn, sondern sie ist als eine dauerhafte Ernährungsumstellung gedacht. Für Genießer stellt sie eine totale Herausforderung dar, weil alle Kombinationen, die das Essen zum Genuss machen, praktisch verboten sind. Daher ist sie wohl nur geeignet für Menschen mit einem sehr starken Willen. Zudem ist die Zuordnung der Nahrung zu den verschiedenen Gruppen teilweise nicht nachvollziehbar und meistens auch so strikt nicht möglich, weil manche Lebensmittel von Natur aus schon Eiweiß und Kohlenhydrate in Kombination enthalten. Die Gewichtsabnahme erfolgt auch nicht durch die Trennkost, sondern durch das Einhalten der vorgeschlagenen Kalorienmengen. Dadurch, dass 80% Basenbildner wie Obst und Gemüse und nur 20% Säurebildner wie z. B. Fleisch, Fisch und Milchprodukte gegessen werden dürfen, ist diese Ernährungsweise recht einseitig und wird von den meisten Menschen schnell als langweilig empfunden. Für Menschen, die Probleme mit der Verdauung von Rohkost haben, ist diese Ernährung kaum durchzuhalten. Im Laufe der Geschichte wurden ja nicht ohne Grund Garungsverfahren erfunden, die Lebensmittel bekömmlicher machten.

Welche Beschwerden können u. a. auftauchen?

Trennkost ist für Kinder, Schwangere und Stillende nur sehr eingeschänkt geeignet, da sie bei genauer Einhaltung zu Mangelerscheinungen führt. Da säurebildende Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte, etc. nur zu 20% gegessen werden dürfen, kommt es zu einem Mangel an B-Vitaminen, Folsäure, Calcium, Magnesium, Selen, Eisen, Jod und Omega3-Fettsäuren. Menschen, die Rohkost nicht so gut vertragen, können mit Blähungen und Verdauungsbeschwerden reagieren. Seelisch kann die Trennkost zu depressiven Beschwerden führen, weil der Genuss beim Essen fehlt.

Welche Kosten kann man erwarten?

Wenn man einmal von den Kosten von Büchern über Trennkost absieht, verursacht diese Diät keine nennenswerten Kosten. Sie sind im Vergleich zu anderen Diäten wie der Logi-Diät eher geringer einzustufen, weil 80% Basenkost empfohlen wird, die preiswerter ist als Fleisch oder Fisch. Es kommt sicherlich auf die individuellen Vorlieben an. Wer eher saisonbedingte Lebensmittel aus der Region wählt, kann mit geringeren Kosten rechnen als jemand, der eine Vorliebe für exclusive Südfrüchte hat. Und wer Lebensmittel aus biologischer Produktion wählt, muss tiefer in die Tasche greifen als bei Lebensmitteln aus dem Supermarkt.