Paleodiät / Steinzeitdiät

Diese Diät belegt einen geteilten 55. Platz beim großen Bauch.de Diätvergleich

Es gibt nicht wenige Stimmen, die das moderne Leben als Auslöser für Übergewicht und die sogenannten Zivilisationskrankheiten ansehen. Vielleicht sitzen auch Sie den ganzen Tag im Büro? Dazu übernimmt die heutige Ernährung einen wichtigen Einfluss: Fast Food, kalorienhaltige Speisen und Zucker sollen gleichfalls daran beteiligt sein, dass wir Menschen immer dicker werden. Eine Lösung könnte in der Steinzeit-Diät liegen. Sie verspricht fettarme Kost, regionale Produkte und vor allem eine Vielfalt, die nur in der Urzeit üblich war – sie sollen dabei der Schlüssel zum Erfolg sein. Dennoch muss bezweifelt werden, dass sich tatsächlich ein positiver Effekt auf die Gesundheit und das Wohlbefinden einstellt.


Wie funktioniert die Paleo-/Steinzeitdiät?

Die Grundlage der Paleo- oder auch Steinzeit-Diät liegt darin, dass Forschern zufolge unsere Vorfahren über einen sehr geringen Anteil an Körperfett verfügten, nicht selten einen aus heutiger Sicht athletischen Körperbau aufwiesen sowie insgesamt kraftvoller und agiler wirkten. Sie ernährten sich von Produkten, die in der nahen Umgebung zu finden waren und jagten zuweilen den Tieren nach. Für die Diät wird nun genau dieses Verhaltensmuster übernommen. Sie setzt auf viel Bewegung, sportliche Aktivitäten sowie gesunde Lebensmittel, die im Idealfalle aus der Region stammen sollten.

Erlaubt sind somit einige tierische Produkte wie Milch, Eier, Schalentiere, Fleisch von wild lebenden Arten, Meeresfrüchte und Fische sowie natürlich Obst und Gemüse. Bereits bei der Verwendung von Getreide kommt jedoch das große Verbot: Denn das Korn war in der Vorzeit nicht weit verbreitet und zumeist unbekannt – das morgendliche Müsli, die gekochten Nudeln sowie das Pausenbrot fallen damit aus dem Ernährungsplan heraus. Daneben wird auf alle Lebensmittel verzichtet, die vor dem Verzehr verarbeitet werden müssen. Sämtliche industriell gefertigten Waren sind daher bei der Diät unzulässig – Zucker, Mehl oder Alkohol ebenso.


Wie lange dauert diese Diät?

Die Paleo-Diät setzt auf eiweißreiche Kost und den Verzehr von viel Fleisch. Selbst das uns heute bekannte Gemüse nimmt dabei nur eine untergeordnete Rolle ein. So wird sich bei Ihnen vielleicht schon die Frage aufwerfen, ob das denn eigentlich gesund ist. Und ganz richtig, das Vorgehen sollte zumindest nicht dauerhaft angewandt werden. Wichtig ist es zunächst, dem Körper die nötige Zeit zur Umstellung und zur Eingewöhnung auf die neuen Lebensmittel zu geben. Die Diät selbst sollte dagegen auf einen engen Zeitraum begrenzt sein.

Empfehlenswert sind hierbei etwa zwei Monate. Sie werden ausreichen, um Veränderungen im Organismus zu erkennen – aber auch der erste Gewichtsverlust dürfte sich in dieser Phase bereits einstellen. Da die Diät jedoch kein Wundermittel ist, wäre nach Beendigung der Dauer zunächst auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung umzustellen. Insgesamt kann die Diät somit bei Gefallen etwa zwei bis drei Mal im Jahr vollzogen werden, sollte aber immer mit den notwendigen Unterbrechungen einhergehen. Denn die eiweißreiche Kost kann auch ungewollte Folgen wie einen Anstieg des Cholesterinspiegels mit sich führen.

Wie viel nimmt man ab?

Realistische Werte lassen sich hier nur selten sehr pauschal vorhersagen. Der Grund dafür liegt in der Vielfalt der Ernährung. Etwa der Gewichtung zwischen Gemüse und Fleisch kommt dabei ein wichtiger Aspekt zu. Ebenso kann zwischen den zur Verfügung stehenden Fleischsorten wiederum variiert werden. Allen erlaubten Lebensmitteln ist jedoch der Umstand gleich, dass sie allgemein sehr wenige Kalorien aufweisen, nicht mit künstlichen Zusätzen durchzogen sind, Energie liefern und ohne Zucker auskommen sowie nur einen gänzlich geringen Anteil an Fetten in sich tragen.
Alleine damit sollte es Ihnen daher möglich sein, in einem Zeitraum von vier Wochen rund acht Kilogramm an Körpergewicht zu verlieren. Sehr wahrscheinlich wird sich in den zweiten vier Wochen – sofern die Diät tatsächlich auf eine Dauer von zwei Monaten angelegt ist – dieses Ergebnis aber nicht halten lassen. Probanden haben in diesem Zeitraum nur noch vier bis sechs Kilogramm an Gewicht eingebüßt. Auf die gesamte Dauer der beiden Monate sollten somit 12 Kilogramm ein guter Durchschnittswert sein, den Männer etwas leichter, Frauen dagegen mit etwas Disziplin erlangen werden.

Vorteile und Nachteile dieser Diät

Bereits die allgemeinen Anforderungen dürften manchen Betrachter zweifeln lassen. Denn grundsätzlich sollten Fleisch und eiweißhaltige Lebensmittel in einem gesunden Ernährungsplan nur einen eher untergeordneten Stellenwert einnehmen. Zur dauerhaften Anwendung taugt die Diät somit nicht – zumal ihre Kosten nicht unterschätzt werden dürfen. Fisch, Meeresfrüchte und Wildfleisch sind nicht eben preiswert und bei einem schmalen Budget nur selten einmal zu realisieren. Außerdem ist nicht eindeutig geklärt, welche Lebensmittel zulässig sind. Denn die Steinzeit dauerte einige Millionen Jahre und nahm weite Teile der Erde ein. Unterschiede waren somit keine Seltenheit.

Dennoch hat die Diät auch ihre Vorzüge. Das Fleisch ist nicht nur fettarm, sondern auch sehr gesund. Fischen und Schalentieren kommt zudem der Aspekt zu, dass sie den Körper mit wichtigen Omega-Säuren versorgen und damit nicht alleine dem Wohlbefinden einen positiven Effekt bescheren. Zivilisationskrankheiten sollen sich auf diese Weise auch reduzieren lassen: Zu ihnen zählen etwa alle Unverträglichkeiten gegenüber Lebensmitteln. Und natürlich ist auch das Hauptziel hervorzuheben: Der Anwender wird sich tatsächlich über einen erheblichen Gewichtsverlust innerhalb der ersten Wochen freuen dürfen.

Diätplan kompakt

  • Neben Obst und Gemüse werden Fleisch, Fisch und Wildfrüchte verzehrt
  • Alle Lebensmittel, die eine Vorbehandlung vor dem Verzehr erfordern, sind unzulässig: Sämtliche industriellen Produkte fallen damit raus
  • Die Waren dürfen jedoch gekocht, gebraten oder gebacken werden
  • Alle Getreidearten sind zu vermeiden – sie sollten auch zur Verfeinerung der Speisen nicht zum Einsatz kommen
  • Pflanzliche und tierische Fette sowie Kräuter sind dagegen erlaubt und dürfen etwas Abwechslung auf den Speiseplan bringen
  • Im Idealfalle sollte der Tag mit ein wenig Obst und Gemüse begonnen werden, wogegen Fleisch und Fisch zu den Hauptmahlzeiten mittags und abends auf den Tisch kommen
  • Wasser und Fruchtsäfte können nebenbei getrunken werden – zuckerreiche, alkoholhaltige und ähnlich ungesunde Getränke sind tabu
  • Nüsse und Beeren können verzehrt werden
  • Die Lebensmittel sollten aus der nahen Region stammen oder doch zumindest nicht aus anderen Ländern oder Kontinenten kommen
  • Viel Sport und Bewegung unterstützen den Körper beim Abbau von überschüssigem Fett und erhöhen den Grundbedarf des Anwenders
  • Die Dauer der Diät ist zunächst auf etwa 6 bis 8 Wochen zu begrenzen und kann 2 bis 3 Mal im Jahr vollzogen werden

Wie schwer ist diese Diät durchzuhalten?

Die Umstellung spielt hierbei eine große Rolle. So werden Sie sich vorstellen können, dass es nicht ganz leicht ist, täglich oder sogar mehrfach am Tag Fleisch zu verzehren. Auch Fisch in all seinen Variationen trifft nicht jedermanns Geschmack. Dennoch sollte es kein Problem sein, diese Produkte insbesondere mit der Vielfalt des Gemüses zu kombinieren und somit auch abwechslungsreiche Lebensmittel zu erstellen. Gleiches gilt für die Getränke, bei denen Wasser und Fruchtsäfte keine Herausforderungen darstellen – der Verzicht auf den morgendlichen Kaffee dagegen schon eher.

Zudem muss sich die Paleo- oder Steinzeitdiät in den Tagesablauf integrieren lassen. Hierbei spielen Bewegung und Sport eine große Rolle. Sollte Ihr Terminplan dafür nicht geeignet sein, so wird der erhoffte Gewichtsverlust nicht einsetzen. Auch die mentale Seite darf damit nicht unterschätzt werden: Die gesamte Dauer von rund zwei Monaten wird sehr viel Disziplin erfordern. Wer jedoch erst einmal in der Routine der Diät angekommen ist, hat es nicht sonderlich schwer, sie durchzuhalten. Zumal dann nicht, wenn sich nach kurzer Zeit bereits die ersten Erfolge einstellen.

Welche Beschwerden können auftauchen?

Die Steinzeitdiät hat ihre Schattenseiten, die vor allem in dem häufigen Verzehr von Fleisch gesehen werden müssen. So ist es beinahe unvermeidbar, dass der Cholesterinspiegel steigt. Diesem Problem kann jedoch durch die Einnahme von Vitaminen und Mineralstoffen, die sich in den zulässigen Kräutern, Obst- und Gemüsesorten sowie Ölen befinden, vorgebeugt werden. Ähnliches gilt für den Bluthochdruck, der auch eine sehr oft erkannte Nebenerscheinung der Diät ist. Das Wohlbefinden sollte damit allerdings zu keiner Zeit spürbar beeinträchtigt werden.

Dennoch ist es unabdingbar, sich ausreichend zu bewegen und lieber einmal etwas mehr Sport zu treiben. Die eiweißreiche Kost bietet dafür die ideale Grundlage – kann aber bei Missachtung dieses Gebotes auch sehr schwer im Magen liegen. Empfehlenswert ist es daher, die Diät nicht nur streng auf den Zeitraum von vier bis sechs Wochen zu begrenzen. Auch ein medizinischer Check ist anzuraten. So können vorher und nachher die Blutwerte kontrolliert werden, um zu sehen, welchen Einfluss die Umstellung der Ernährung auf den Organismus hatte oder in welcher Form mit Nahrungsergänzungsmitteln nachzuhelfen ist. Die Gesundheit sollte in keinem Falle leiden.

Welche Kosten kann man erwarten?

Eigentlich klingt die Steinzeitdiät ja recht vernünftig, wenn man einmal von dem gesteigerten Fleischverzehr absieht. Wenn Sie sich jedoch dazu entschlossen haben, sie einmal selbst umzusetzen, so planen Sie dafür lieber ein gehobenes Budget ein. Denn neben dem Obst und Gemüse, welches nicht vorbehandelt sein darf und somit im Idealfalle aus dem Bioladen stammen sollte, sind erhebliche Mengen an Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten einzuplanen. Nicht alleine, dass diese nicht ohnehin schon teuer wären – auch sie müssen unbehandelt sein und Bio-Qualität aufweisen.

Gerade darin liegt der Effekt, der die Kosten erheblich ansteigen lässt. Denn Fisch oder Fleisch, die nicht aus einer Zucht stammen, bei der sie mit Antibiotika und Ähnlichem gefüttert werden, sind gegenwärtig sehr teuer. So mag sich beim Wildfleisch noch ein Jäger aus der nahen Umgebung finden lassen – bei den Meeresfrüchten und Schalentieren ist das aber nur schwer möglich. Auch die zulässigen Nüsse und Beeren können bei gehobener Güte schon einmal etwas mehr kosten. Und nicht immer gleicht sich die Gesamtrechnung aus, indem bei den Getränken lediglich auf Wasser zurückgegriffen wird.