Machen Darmbakterien dick?

Ohne eine Mischung unterschiedlicher Darmbakterien wäre unser menschlicher Körper nicht lebensfähig. Allerdings wirkt sich die Zusammensetzung der Bakterienstämme unterschiedlich auf Dein Körpergewicht aus. Durch gezielte Ernährungsumstellung kannst Du je nach Darmtyp Übergewicht bekämpfen und Dein Normalgewicht langfristig halten.

Funktion aller Darmbakterien im menschlichen Körper

Sie schmarotzen. Sie fressen. Sie scheinen also uns als Werkzeug zu benutzen. Aber in ihrer einfachen Körperfunktion machen sie uns erst lebensfähig. Denn in der Evolution war die Symbiose zwischen einfachen und komplexen Organismen schon immer ein Quell der Entwicklung. „Gib mir wenig, wenn du viel willst.“ – So funktioniert die menschliche Darmflora. Menschen sind dieser Symbiose unbewusst entgegengekommen. Sie fermentieren Gemüse, säuern Teige, destillieren Alkohole. Der ess- und trinkbare Rest ist genau das, was sich Darmbakterien wünschen. Sie leben in diesem Milieu, zersetzen Schwerverdauliches, machen es über die Schleimhäute in unserem Darm allen Körperzellen zugänglich. Der Prozess der Zersetzung, Zerspaltung und letztendlich Ausscheidung bewahrt Menschen mit einer intakten Darmflora vor Krankheiten und Verfall. Aber durch Ernährung, Stress und hormonelle Ungleichheiten kann daraus auch ein anderer, beschwerlicher Kreislauf entstehen. Übergewicht ist nur eines der Symptome für eine unausgeglichene Darmflora.

Wenn die Darmflora aus dem Gleichgewicht kommt

Eine ausgewogene Ernährung besteht in der Aufnahme solcher Lebensmittel, die Vitamine, Mikronährstoffe und Ballaststoffe enthalten. Durch eine Veränderung der Ernährung hin zum Sauren kann schon ein Ungleichgewicht in der Darmflora entstehen. Auch Genussmittel wie Alkohol oder fetthaltige Speisen, Tiefkühl- und Fertigkost wirken sich nachteilig auf die Zusammensetzung der Darmbakterien aus. Kommen nun noch Medikamente oder krankheitsbedingte Umstellungen hinzu, kann das Milieu im Darm kippen. In der Folge drohen eine Schwächung Deines Immunsystems, Gewichtszunahme oder andere, krankhafte Symptome. Abhilfe schafft ein Diätplan mit Lebensmitteln, die Deine gesunde Darmflora wieder ausgleichen. Sportliche Aktivitäten oder wenigstens ein besser bewegtes Leben, viel frische Luft und reichlich Flüssigkeitszufuhr sind ebenfalls günstig, um die Verdauung anzuregen und die Balance der Darmbakterien wiederherzustellen. Um hiermit erfolgreich zu sein, solltest Du erst einmal herausfinden, welchem Darmtyp Du angehörst. Es gibt nämlich wissenschaftliche Belege dafür, dass es davon drei Darmtypen gibt.

Vergleich verschiedener Darmtypen

Je nach Lebensweise kann sich der Darmtyp verändern. Ohne eine solche Veränderung sind dies die bisher gut erforschten Darmtypen beim Menschen:

Darmtyp Eins – vorzügliche Nahrungsverwertung mit Folgen

Darmtyp Eins sind Menschen mit einer Nahrungsverwertung auf Hochtouren. Die Darmbakterien verwerten Proteine und Kohlenhydrate äußerst effizient. Das bedeutet, dass diese Menschen bei kleineren Portionen besonders große Mengen an Nährstoffen aufnehmen. Sobald Darmtyp Eins zu größeren Portionen greift, droht eine rapide Gewichtszunahme. Generell müssen diese Menschen gut auf ihr Gewicht achten. Häufig ist auch ein spät einsetzendes Sättigungsgefühl zu beobachten.

Darmtyp Zwei

Die Bakterien beim Darmtyp Zwei sind bei der Verwertung der Nahrungsmittel wählerisch. Ihre „Arbeit“ ist weniger effizient als bei Typ Eins, aber ausreichend für eine gesunde Versorgung des Körpers mit allen wichtigen Nährstoffen. Die Energieeffizienz ist bei diesem Darmtypen geringer, wodurch ein Teil von Kohlenhydraten ausgeschieden statt verwertet wird. Auch sind Menschen des Darmtyps Zwei schneller satt und seltener hungrig. Heißhunger oder Fressattacken sind selten oder tauchen bei ansonsten regelmäßiger Nahrungsaufnahme gar nicht auf.

Darmtyp Drei

Darmtyp Drei verwertet alles, aber langsam. Es ist sogar möglich, dass nur ein Drittel einer Mahlzeit sinnvoll für den Körper aufgespalten wird. Hinsichtlich der Entstehung dieses Darmtyps gilt die Einnahme von Medikamenten sowie die regelmäßige Aufnahme von Alkohol als wahrscheinlich. Der Typus tritt also eher in späteren Lebensjahren oder nach drastischen körperlichen Veränderungen (zum Beispiel nach Operationen) auf. Durch die Einnahme von Probiotika und eine langfristige Ernährungsumstellung kann sich aus Typ Drei oder Eins durchaus wieder Darmtyp Zwei entwickeln.

Tipps für eine lebensfördernde Darmflora ohne das Risiko einer Gewichtszunahme

Durch bewusste Auswahl günstiger Lebensmittel kannst Du Deine Darmflora in guter Balance halten. Falls ein Ungleichgewicht vorliegt, bringst Du die richtigen Bakterienstämme mit diesen Tipps wieder in Deinen Darm:

  • Lasse Deinen Darmtyp untersuchen. Dies gelingt ganz einfach mit einer Stuhlprobe, die Dein Arzt ins Labor schickt. Bei dieser Darmtyp-Bestimmung kann gleichzeitig herausgefunden werden, aus welchen Gründen eine etwaige ungünstige Zusammensetzung entstanden ist.
  • Baue in Deinen täglichen Speiseplan natürlich gesäuerte und fermentierte Lebensmittel ein. Brot und Sauerkraut oder andere fermentierte Gemüsesorten liefern Darmbakterien, die für Deine gesunde Darmflora wichtig sind.
  • Beobachte Deine Lebensweise hinsichtlich der Bewegung genau. Falls Du beruflich viel sitzen musst oder überwiegend sitzende Hobbys pflegst, kann schon der Austausch Treppe gegen Fahrstuhl oder Fußweg statt Auto auf kurzen Strecken vorteilhaft sein. Mehr Bewegung regt den Kreislauf und auch Deinen Stoffwechsel an. Die Darmflora arbeitet dadurch ebenfalls intensiver.
  • Trinke reichlich, aber eher Mineralwasser und Säfte statt Alkohol und Limonade. Flüssigkeit benötigen die Darmbakterien, um sich zu entwickeln und besser zu verdauen. Auch die verdauten Nährstoffe werden dadurch leichter zu den jeweiligen Körperzellen transportiert.
  • Nutze für Abnehmziele lieber mehr Bewegung als weniger Nahrung. Absichtliche Hungerdiäten stören das Gleichgewicht der Darmflora und können langfristig den Darmtyp Eins begünstigen. Die Gefahr einer weiteren Gewichtszunahme steigt dadurch.
  • Falls Deine Darmflora wegen einer Medikamenteneinnahme oder anderer, krankhafter Einflüsse gestört ist, kann eine Darmsanierung Abhilfe schaffen. Lasse Dich dazu unbedingt von Deinem Arzt beraten, denn er kennt wahrscheinlich die Ursache und somit auch die effektivste Lösung.

Fazit:
Darmbakterien sorgen für eine gesunde Entwicklung Deines Körpers. Doch aus verschiedenen Gründen kann in der Darmflora ein Ungleichgewicht entstehen. Je nach Darmtyp kann dies zu einer Gewichtszunahme führen. Gegen Übergewicht und Verdauungsprobleme hilft es am besten, wenn Du über Veränderungen wieder zu einem gesunden Darmtypen gelangst. Auch Bewegung gehört zu diesen Veränderungen.