Kensington Diät

Diese Diät belegt einen geteilten 55. Platz beim großen Bauch.de Diätvergleich

Die Suche nach der richtigen Diät ist meistens nicht leicht. Wer einige Fettpölsterchen verlieren möchte, ist häufig gezwungen, auf so manche Leckerei zu verzichten. Die meisten Diätpläne verbieten bestimmte Lebensmittel grundsätzlich – vor allem für die Schleckermäulchen unter uns ist das nicht immer einfach und verlockt schnell zum Brechen der aufgestellten Essensregeln. Deshalb stehen Diäten, die das Verzehren aller Lebensmittel gestatten, hoch im Kurs. Eine davon ist die Kensington Diät; ihr Erfinder, Stephen Twigg, entwickelte sie nach den Prinzipien der Trennkost. Das bedeutet, dass zwar beinahe alle Speisen verzehrt werden dürfen, dies aber nach einem bestimmten System geschehen muss.


Wie funktioniert die Kensington Diät?

Der Speiseplan der Kensington Diät orientiert sich an den Grundlagen der Trennkost. Diese sieht eine Aufteilung von Lebensmitteln in Gruppen vor; es werden also starke Lieferanten von Kohlenhydraten oder Eiweißen jeweils in einer Gruppe zusammengefasst. In die Kohlenhydrategruppe gehören etwa Reis, Brot, Nudeln, Kartoffeln und frisches Obst, in der Eiweißgruppe sind zum Beispiel Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier und Hülsenfrüchte vertreten. Lebensmittel aus diesen beiden Gruppen dürfen Sie im Zuge der Kensington Diät nicht gleichzeitig zu einer Mahlzeit verspeisen. Das heißt, eine Kombination aus Brot und Käse würde beispielsweise gegen die Regeln der Diät verstoßen. Der Grund dafür ist einfach erklärt: Laut den Prinzipien der Trennkost führt die gleichzeitige Aufnahme von Eiweißen und Kohlenhydraten zu einer Übersäuerung der Organe. Dies soll die Verdauung verschlechtern und somit einen schnellen Fettabbau verhindern.
Hinzu kommt bei dieser Ernährungsform das sogenannte Rotationsprinzip: Einige Lebensmittel, die von den meisten Menschen häufig, meist täglich, konsumiert werden, dürfen nur alle fünf Tage auf dem Speiseplan stehen. Dazu gehören Milchprodukte, Fleisch und Fisch, Nüsse, Kartoffeln, Nudeln und glutenhaltige Getreidesorten (z.B. Hafer oder Roggen). Nur einmal in fünf Tagen soll aus jeder dieser Lebensmittelgruppen je ein Lebensmittel gegessen werden, also beispielsweise nur einmal in fünf Tagen eine Portion Spaghetti. Die Theorie der Diät verspricht sich hiervon eine sogenannte Affirmation: Wer sich ständig mit der Planung seines Essverhaltens auseinandersetzen muss, ernährt sich viel bewusster.


Für den Alltag bedeutet das eine stark obst – und gemüselastige Ernährung, denn diese Lebensmittel sind immer und in unbegrenzter Menge erlaubt. Bedenken Sie aber gleichzeitig auch stets das Prinzip der Trennkost: Frisches Obst sollten Sie nämlich nicht in ihren Joghurt schneiden, da Obst ein Kohlenhydratlieferant und Joghurt ein Eiweißlieferant ist.

Die Aufteilung von Lebensmitteln in diese beiden Gruppen ist allerdings nicht die einzige trennkostbasierende Prämisse, die es zu beachten gilt. Weiterhin wird nämlich auch zwischen sogenannten säurebildenden und basenbildenden Lebensmitteln unterschieden, welche nicht miteinander kombiniert werden dürfen. Zu säurebildender Kost gehören Fleisch, Fisch und Käse, als basenbildend werden zum Beispiel Obst und Gemüse bezeichnet.
Um nicht unabsichtlich gegen die Regeln der Diät zu verstoßen und „verbotene“ Kombinationen zu vermengen, sollte ein Zeitabstand von mindestens vier Stunden zwischen den Mahlzeiten eingehalten werden. Dies gibt dem Körper Zeit und Gelegenheit zum Verdauen; außerdem hilft ein fester Rhythmus dem Organismus dabei, die Mahlzeiten möglichst effizient zu verstoffwechseln.
Da bei der Kensington Diät außerordentlich viele Regeln zu beachten sind, empfiehlt sich das Aufstellen eines Diätplans. Im Zuge des Rotationsprinzips wäre beispielsweise ein fünftägiger Zyklus sinnvoll, für welchen Sie sich jeweils im Vorhinein alle Mahlzeiten überlegen und entsprechend einkaufen können. Durchdenken Sie dabei sorgfältig alle erlaubten Kombinationen, um Ihre Ernährung trotz großer Einschränkungen nicht zu eintönig gestalten. Zusätzlich müssen Sie bei der Aufstellung Ihres Speiseplans auch darauf achten, dass nur 20% der verspeisten Lebensmittel säurebildend und 80% basenbildend sind. Dies wird zwar durch das Rotationsprinzip zu einem Großteil schon erzwungen, behalten Sie den Gedanken aber trotzdem im Hinterkopf. Im Klartext bedeutet das: Sehr wenig Fisch und Fleisch und sehr viel Obst und Gemüse sind angesagt, wenn Sie sich für die Kensington Diät entscheiden.

Wie bei vielen Diäten sollte auch bei dieser Sport ein fester Bestandteil sein. Eine Auflage, wie oft pro Woche wie viel Sport getrieben werden soll, gibt es nicht, jedoch sind feste Trainingszeiten empfehlenswert, um sich selbst zu motivieren. So können Sie entscheiden, an welchen Wochentagen Sie am meisten freie Zeit haben und sich beispielsweise zweimal pro Woche 45 Minuten Schwimmen oder Radfahren auferlegen.

Ganz besonders bei der Kensington Diät gilt nämlich: Planung ist alles!

Wie lange dauert die Kensington Diät?

Im Prinzip ist die Kensington Diät als dauerhafte Ernährungsumstellung gedacht. Da Trennkost im Grunde eine ganz eigene Philosophie ist, wird davon ausgegangen, dass der Anwender sich grundsätzlich an diese Form der Ernährung gewöhnt. Von einem medizinischen Standpunkt aus gesehen ist dies aber nicht empfehlenswert. Da durch die starken Einschränkungen einige lebenswichtige Nährstoffe nicht in ausreichender Menge aufgenommen werden, können bei einer zu langen Anwendung Mangelerscheinungen auftreten. Deshalb ist es sinnvoll, die Diät nicht viel länger als etwa drei bis vier Wochen durchzuhalten. Eine wesentlich kürzere Zeit ist allerdings wegen des enormen Aufwands, der damit verbunden ist, sicher nicht lohnenswert.

Welche Gewichtsabnahme ist bei der Kensington Diät zu erwarten?

Eine verbindliche Angabe dazu, wie viel man mit der Kensington Diät abnehmen kann, gibt es nicht. Dies variiert von Person zu Person und hängt davon ab, wie strikt die Regeln der Diät eingehalten werden.Da diese Ernährungsform Lebensmittel wie Süßigkeiten oder stark fetthaltigen Käse nicht prinzipiell verbietet und auch die Menge, in der diese (zum entsprechenden Zeitpunkt, also maximal alle fünf Tage) verzehrt werden dürfen, nicht festlegt, kann die Diät unterschiedlich verlaufen, je nachdem welche Lebensmittel man wählt. Generell darf man sich aber von der Kensington Diät eine relativ hohe Gewichtsabnahme versprechen. Durch das Trennkostprinzip ist man gezwungen, die Ernährung zu großen Teilen aus Salat, Obst, Gemüse und wenigen kalorienarmen Lebensmitteln wie Reis zusammenzusetzen. Eine Gewichtsreduktion von zwei bis drei Kilogramm pro Woche wäre somit realistisch erreichbar. Dazu muss aber gesagt werden, dass dies von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus nichts mit den Trennkostprinzipien sondern schlicht und ergreifend mit der verringerten Kalorienaufnahme zu tun hat.

Vorteile und Nachteile der Kensington Diät

Einer der großen Vorteile der Kensington Diät ist sicherlich die intensive Beschäftigung mit der eigenen Ernährung. Durch das komplexe Regelwerk und die ständigen Überlegungen, was nun gegessen werden darf und was nicht, ist einem das eigene Essverhalten viel bewusster. Beim Aufstellen des Speiseplans und beim Einkaufen muss sehr genau darauf geachtet werden, was in den nächsten Tagen auf den Tisch kommt – und bei bewusst geplanten Mahlzeiten nimmt man häufig weniger zu sich als beim ungeplanten Essen zwischendurch. Die meisten Fettfallen sind außerdem durch das Rotationsprinzip zumindest eingedämmt, da beispielsweise Weichkäse oder ein Schnitzel höchstens alle fünf Tage einmal gegessen werden darf. Außerdem ist die Kalorienaufnahme im Vergleich zur normalen Ernährung der meisten Menschen so stark reduziert, dass ein Gewichtsverlust unausweichlich ist. Trotzdem sind keine Lebensmittel grundsätzlich verboten, sodass man bei richtiger Beachtung aller Kombinationsregeln nicht völlig auf Süßes oder Fettiges verzichten muss. Das hemmt Heißhungerattacken auf Schokolade oder Pommes frites.

Leider hat aber auch die Kensington Diät einige gravierende Nachteile: Zunächst einmal ist die Umsetzung, wie aus vielen Erfahrungsberichten hervorgeht, äußerst schwierig, im stressigen Alltagsleben nahezu unmöglich. Da die Planung der Mahlzeiten so viel Zeit in Anspruch nimmt, ist die Diät eigentlich nur im Urlaub oder zu einer Zeit, zu der nur wenig zu tun ist, durchführbar.

Hinzu kommt, dass die Theorie der Trennkost auf keiner wissenschaftlichen Begründung basiert – es ist nicht belegt, dass das Trennen von säure – und basenbildenden sowie kohlenhydrat – und eiweißliefernden Lebensmitteln irgendeinen Effekt auf das Funktionieren des Organismus hat. Es ist also zu überlegen, ob der Aufwand sich lohnt.

Ganz besonders problematisch ist die Nährstoffversorgung bei dieser Diät: Wegen des Rotationsprinzips dürfen Lebensmittel, welche lebenswichtige Stoffe enthalten, nur alle fünf Tage verzehrt werden. Dies führt natürlich zu einer Unterversorgung, die bei längerer Durchführung Schäden hervorrufen kann.

Kensington Diätplan kompakt

Kohlenhydratlieferanten: Reis, Brot, Nudeln, Kartoffeln
Eiweißlieferanten: Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier, Hülsenfrüchte
=> Lebensmittel aus den beiden Gruppen nicht in einer Mahlzeit miteinander kombinieren!

Säurebildende Kost: Fleisch, Fisch, Käse (20% des Speiseplans)
Basenbildende Kost: Obst, Gemüse (80% des Speiseplans)
=> Nicht in einer Mahlzeit miteinander kombinieren!

Rotationsprinzip: Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Nüsse, Kartoffeln, Nudeln, glutenhaltige Getreidesorten nur alle fünf Tage einmal verzehren!

Jeweils vier Stunden Zeitabstand zwischen den Mahlzeiten einhalten!

Wie schwer ist die Diät durchzuhalten?

Wenn Sie auf einfache Art und Weise ein paar überschüssige Pfunde loswerden wollen, ist die Kensington Diät wohl nicht das Richtige für sie. Das strenge Regelwerk erfordert viel Planung und somit auch einiges an Disziplin. Zwar werden Sie bei dieser Diät sicher nicht hungern, müssen sich aber auf einen sehr eingeschränkten und kalorienarmen Speiseplan einstellen. Die Ernährung in einer solchen Diät ist vergleichsweise einseitig und kann schnell langweilig werden. Planen Sie jedoch eine Komplettumstellung Ihrer Ernährung, ist die Diät sicher ein guter Ausgangspunkt, um daraus einen ausgewogenen Ernährungsplan zu entwickeln.

Welche Beschwerden können möglicherweise auftreten?

Bei dieser Diät sind Sie vor Mangelerscheinungen nicht gefeit und sollten diese auch nicht zu leicht nehmen. Vor allem Milchprodukte, Fleisch und Getreide enthalten lebenswichtige Nährstoffe, die Sie während der Diät nur selten zu sich nehmen dürfen. Aus diesem Grund sollte die Diät auch keine Dauerlösung sein. Muskelabbau, Schwächegefühl und äußere Mangelerscheinungen wie brüchige Haare oder Nägel können die Folge sein, wenn Sie eine solche Diät auf strikte Weise zu lange durchhalten.

Welche Kosten sind zu erwarten?

Die Kensington Diät erfordert zwar eine Umstellung der Ernährung, glücklicherweise aber nicht den Kauf exotischer Lebensmittel oder teurer Nahrungsersatzstoffe. Zwar werden Sie während der Dauer der Diät anders einkaufen, jedoch bestimmt nicht teurer.