Ist schnelles abnehmen gefährlich?

Der Strandurlaub rückt näher, doch bis zur richtigen Bikinifigur ist es noch ein weiter Weg. – Solche und ähnliche Gründe verleiten Abnehmwillige immer wieder dazu, sich auf Crash-Diäten einzulassen, die schnelle Erfolge versprechen. Doch das schnelle Abnehmen beinhaltet nicht unerhebliche Risiken und ist noch dazu meistens zum Scheitern verurteilt.

Wer rasch zwei oder drei Kilo verlieren möchte und vor dem Jo-Jo-Effekt keine Angst hat, kann sein Ziel durch eine Schnelldiät mit massiver Kalorienreduktion durchaus erreichen. Schwieriger wird es, wenn echtes Übergewicht abgebaut werden soll. Hierzu wäre eine länger andauernde massive Unterversorgung des Körpers notwendig, die sowohl gesundheitlich als auch kosmetisch ausgesprochen negative Folgen nach sich ziehen würde.


Crash-Diäten – gezielte Unterernährung bringt den Körper in Stress

Die superschnellen Abnehmprogramme setzen meist auf eine minimale Auswahl an Nahrungsmitteln, von denen jeweils nur Miniportionen verzehrt werden dürfen. Je nach Programm kann die Diät aus Eiweißshakes, Obst, Kohlsuppe, Eiern oder Gemüsesäften bestehen. Bekannt sind auch Reis-, Kartoffel- oder Sauerkrautdiäten und viele andere Varianten.

Wer die Willenskraft aufbringt, mit solch einem Programm über einen längeren Zeitraum hinweg massiv abzunehmen, enthält seinem Körper lebenswichtige Nährstoffe vor, da derartige Mono-Diäten schlicht zu einseitig sind. So wird die ursprüngliche Schnelldiät zu einem quälend langen, schmerzhaften Prozess, der unmöglich durchzuhalten ist.


Die Folgen sind:

  • Der Vitalstoffmangel verursacht Müdigkeit, einen verminderten Stoffwechsel, fahle Haut, brüchige Fingernägel und Haarausfall.
  • Der Mangel an Kohlenhydraten führt zu einer Unterversorgung mit Energie, sodass Muskeln und Gehirn ihre Aufgaben nicht mehr ausreichend wahrnehmen können. In der Folge kommt es zu vermindertem Leistungsvermögen und nervlicher Überlastung.
  • Fehlt es an Eiweiß, baut der Körper vermehrt Muskelmasse ab, um seinen Bedarf zu decken. Dies gilt auch für den Herzmuskel, der bei dieser Prozedur stark in Mitleidenschaft gezogen werden kann.
  • Erst wenn die Muskeln schon massiv geschwächt sind, greift der Körper auf den Inhalt der Fettzellen zu. Die Stoffwechselrate ist jedoch inzwischen so niedrig, dass es sehr lange dauert, bis eine nennenswerte Menge an echtem Körperfett verbraucht ist.
  • Weitere Nebenwirkungen einer Crash-Diät können Verstopfung, Durchfall, Abfall der Körpertemperatur, Schüttelfrost und Gallensteine sein.


Der innere Schweinehund ist ein Schutzengel

Der viel gescholtene innere Schweinehund ist besser als sein Ruf: Meist veranlasst er uns dazu, solche Diäten aufzugeben, ehe sie nennenswerten Schaden anrichten können. Leider sorgt der Jo-Jo-Effekt im Anschluss dafür, dass das verlorene Gewicht sofort wieder da ist, oft sind es sogar noch ein oder zwei Kilo mehr. Dieser Effekt ist dadurch zu erklären, dass Crash-Diäten den Stoffwechsel reduzieren. Evolutionär hat dies den Vorteil, dass der Körper sich so vor weiteren Notzeiten schützt, denn nichts anderes ist solch eine Diät für ihn: eine Hungersnot. Sein Vertrauen in die regelmäßige Nahrungszufuhr wird auf diese Weise geschwächt. Und das umso mehr, je öfter eine Schnelldiät wiederholt wird. Wer dauerhaft abnehmen möchte, sollte dies also lieber langsam tun, indem er auf kleine, wirkungsvolle Änderungen seines Essverhaltens setzt und mehr Bewegung in seinen Alltag integriert. So klappt es vielleicht nicht mehr in diesem Sommer mit der Bikinifigur, im nächsten dafür aber sicher.