Crash-Diäten

Ob Kohlsuppen-Diät, Eierdiät oder gar Nulldiät – jeder kennt sie, die angeblichen Wunderdiäten, die vor dem Urlaub oder nach den Festtagen schnell ein paar Pfunde von den Hüften schmelzen sollen. Doch funktionieren sie wirklich und wie reagiert der Körper auf diese Prozedur? Der folgende Überblick gibt Aufschluss.

Crash-Diäten – das vermeintliche Wundermittel

Die Crash-Diät, ihr Name deutet es an, ist eine Ernährungsform, die in kurzer Zeit zu einer spürbaren Gewichtsreduktion führen soll. Der Grundgedanke, der sich hinter Blitz- und sonstigen Wunderdiäten verbirgt, ist dabei zunächst einmal völlig korrekt: Wer schlanker werden will – also Körperfett abbauen möchte – muss dem Körper weniger Kalorien zuführen, als er verbrennt! Was liegt da näher, als für ein paar Tage auf möglichst kalorienarme Lebensmittel umzusteigen? Crash-Diäten dauern durchschnittlich drei bis sieben Tage – ein überschaubarer Zeitraum, den man mit ein wenig Willenskraft durchaus überstehen kann! Fünf Pfund in einer Woche oder noch verlockendere Diät-Erfolge werden den Anwendern in Aussicht gestellt, wenn sie es denn schaffen, sich für die Dauer der Diät überwiegend von Kohl, Eiern, Knäckebrot und Quark oder Säften, Suppen und Shakes zu ernähren. Doch ist es wirklich so einfach, den Körper zu überlisten und auch langfristig zur schlanken Bikinifigur zu finden?


Crash-Diät und Körper

Die gute Nachricht zuerst: Tatsächlich reduzieren Crash-Diäten das Gewicht. Die schlechte Nachricht hintendrein: Der Körper wird zwar leichter, der Fettanteil bleibt allerdings erhalten! Der Grund dafür, dass Pölsterchen, Röllchen und Problemzonen von der Diät völlig unbehelligt, bleiben, ist in unserem Stoffwechsel zu finden. Die schnelle und drastische Ernährungsumstellung auf monotone und energiearme Nahrung sorgt zunächst dafür, dass der körpereigene Zuckerspeicher geleert wird. Dabei wird der Körper leichter, weil er Wasser verliert. Wird die Diät ohne sportliche Unterstützung fortgesetzt, kommt es bald schon zum Abbau von Muskeleiweiß und somit von Muskelmasse. Ein Effekt, der dem Laien ebenfalls als Sieg über das Gewicht erscheint! Dabei handelt es sich tatsächlich um eine Fehlinterpretation, denn auch wenn die Waage ein paar Kilos weniger anzeigt – echter Fettabbau hat in keinster Weise stattgefunden!

Risiken und Nebenwirkungen

Ist die Crash-Diät „erfolgreich“ beendet, gehen die meisten Crash-Fans im Anschluss an die Diätphase zumeist nahtlos wieder zu ihren alten Ernährungsgewohnheiten über. Ein fataler Fehler, denn der mittlerweile auf Magerkost eingestellte Körper hat seinen Energieumsatz gesenkt und ist darauf programmiert, für die nächste Hungersnot vorzusorgen. Dies tut er, indem er die nun wieder reichlich zugeführte Energie als Fett für schlechte Zeiten speichert. Das Ursprungsgewicht ist auf diese Weise binnen kürzester Zeit wieder erreicht, oft wird es sogar noch übertroffen – der Jojo-Effekt schlägt zu! Die Statistik belegt: Nur circa zehn Prozent aller „Diät-Abspecker“ können ihr reduziertes Gewicht auch langfristig halten. Ein weiterer Nachteil der Crash-Diät ist ihre sehr einseitige und eingeschränkte Nahrungsmittelauswahl. Oft erhält der Körper in der Diätphase nicht alle benötigen Nährstoffe. Die Folge ist ein schlappes, müdes und unausgeglichenes Körpergefühl, das sogar zu Schwindelanfällen und Kreislaufproblemen führen kann.

Fazit: Die Crash-Diät ist weder gesund noch wirklich erfolgreich. Als Alternative gilt hier nur die dauerhafte Ernährungsumstellung, die langsam – dafür aber konsequent und gesund zu einer nachhaltigen Gewichtsreduktion führt.